TAT TVAM ASI - DAS bist Du - ewiges, immer währendes Bewusstsein

Aktualisiert: 26. Mai 2021



1997, während einer Yoga- und Meditation- Fortbildung auf Koh Samui hatte ich eine sehr erschreckende und intensive Erfahrung.

Erschreckend ,weil ich überhaupt nicht auf die damit verbundenen Intensität vorbereitet war.


Wer wir glauben zu sein

In einer sehr tiefen Meditation sah ich mich plötzlich und unvorbereitet in unendlich vielen Spiegel-Splittern, wie in einem großen Labyrinth.

Und jeder der Spiegel Splitter zeigte mir andere Rollen und Identifikationen, von denen ich glaubte, sie seien mein ICH.


So sah ich mich zeitgleich als Schwester, Tochter, Freundin, Geliebte, in meiner Rolle im Job, in allen Berufen, die ich bisher überhaupt gehabt hatte, aber auch in in den Dingen oder Menschen, die ich liebte oder glaubte nicht zu lieben etc.

Unendlich viele Spiegel Splitter, die von meinem Verstand aufgrund ihrer Gleichzeitigkeit gar nicht zu erfassen waren.

Und obwohl ICH diejenige war, die es erlebte, lag das Erlebnis jenseits aller Begrifflichkeit.


Was bleibt wenn das ICH geht?

Aber dann passierte etwas noch Unfassbareres: Die Spiegel Splitter verwandelten sich in bunte wehende Tücher und nach und nach flogen sie davon und mit ihnen eine Identifikation nach der anderen.


Da ich Teil des Geschehens war und gleichzeitig so etwas wie eine Zeugin, bekam ich auf einmal Panik.

Panik, denn mein Verstand erkannte sozusagen im voraus, das wenn das letzte Tuch weg geflogen wäre , nur noch das NICHTS bleiben würde und genau DAS versetzte mich - in meiner damaligen im Verhältnis unerfahrenen spirituellen Praxis - in Panik.


Eine Explosion in die Stille hinein

Doch dann geschah das Unerwartete:

Als das letzte Tuch und - wie ich erst im Nachhinein begriff - meine letzte Identifikation weg geflogen war, fiel ich aus dem NICHTS heraus in das NICHTS ... in eine so dermaßen köstliche STILLE, dass ich sie nicht in Worten beschreiben kann.


Ich und was überhaupt als ICH noch übrig war - war reines Bewusstsein.

Das war kein Verstehen (Verstand) mehr, es war ein Erfahren und fließen in Stille und Stille und Stille...und gleichzeitig tiefstem Vertrauen und deshalb auch vollkommen Entspannung, zeitlosem Frieden und EIN(S) verstanden sein.

Während ich versuche Dir das zu beschreiben, muss ich an Vincent Weiss und seinen Song "Wenn mir die Worte fehlen" denken.

Hör mal rein, wunderschön.


Ein Sekunden Geschenk der Gnade

Dieser göttliche Zustand kam mir vor wie eine Ewigkeit, aber letztendlich dauerte dieses köstliche Geschenk des Lebens an mich nur wenige Sekunden.

Ein Jahr später, 1998, in meiner vertiefenden Yoga- und Meditation- Ausbildung hörte ich zum ersten Mal von TAT TVAM ASI - Du bist reines Bewusstsein.


Da ergab meine tiefe Erfahrung rückblickend zum ersten Mal einen Sinn für mich.


Die große Gnade einer solchen Erfahrung durfte ich im selben Jahr noch einmal mit meiner indischen Lehrerin Gurumayi (Dir bekannt aus dem Mittel-Teil von eatpraylove) während eines retreats in Palm Springs erleben.

So wie einige Jahre später bei einem Lehrer in der Schweiz.


Jeden dieser heiligen Momente erlebe ich als ein ganz besonderes Geschenk.


Wenn auch Du für einen köstlichen Moment solche Zipfel der Gnade erlebt hast, reines Bewusstsein sein zu können, dann weißt Du von diesem Moment an:


Du bist Alles und Nichts davon.

  1. weil Du ALLES bist, bist Du auch mit Allem verbunden: Den Tieren, den Pflanzen, dem Himmel und der Erde, dem Universum. Du bist auch ein Teil des Himmels und gleichzeitig trägst Du den ganzen Himmel in Dir. Alles ist Energie und DU bist Energie und mit dieser formst Du Deine Welt. Gedanken sind formgebende Energie.

  2. weil Du NICHTS davon bist, musst Du Dich auch an keine Deiner Identifikationen klammern.

Identifikationen sind der Schleier der MAYA, der großen Illusion, die Dir durchaus in köstlicher Verlockung (bei mir durch die bunten Tücher erlebt) erscheinen wird:


Gefangen im Spiel der Maya bekommst Du gar nicht mit, dass Du zwar einen Körper HAST, ihn aber meist nicht bewohnst und Deine Gedanken sowieso immer ganz woanders sind und nie dort wo der einzige wahre Schatz liegt:


Im Hier und Jetzt.


Natürlich kannst Du mit viel Erfolg die erfolgreiche Unternehmerin sein, der supertolle Vater, die bestmögliche Tochter und diese oder jene Ziele haben...

Mit all diesen Rollen, Identifikationen und Äußerlichkeiten so wie dem Tanz der MAYA kannst Du natürlich spielen und dabei hoffentlich auch Freude an dieser Deiner Existenz haben.


Von der Illusion der Getrenntheit zur puren Liebe

Aber lass Dich nicht verstricken, denke nicht DU bist endlich das EINE und das ANDERE bist Du deshalb nicht (mehr)

Das führt Dich zu dem schmerzvollen Gefühl des Getrenntseins.

Und damit bist Du nicht nur von Anderen und dem Liebesfluss zwischen euch getrennt, sondern in erster Linie auch von Dir selbst und Deiner Selbst-Liebe.

Gleite in Deine Identifikationen, Überzeugungen und Visionen hinein und gleite ebenso frei wieder heraus.


Eines Tages wirst Du Deinen Körper verlassen und damit aus Deiner vielleicht größten Identifikation ebenso hinaus gleiten müssen.


Lebe - liebe - Lache - Staune und verströme Dich in Dankbarkeit

Bis dahin habe Freude an diesem Leben, ergieße Dich in Dankbarkeit und Liebe und nehme nichts zu ernst, ganz sicher aber nicht Deine Identifikationen.